>>> Die 'Radelritter' unterwegs im Falkensteiner Vorwald

Im Rahmen der VHS - Bildungsreihe 'Mit Stahlrössern auf Burgen und Schlössern im Landkreis Cham' hatte sich Projektleiter Hanno Meier aus Regensburg auch eine Tour im Falkensteiner Vorwald gewünscht. Radwanderführer Rudi Simeth hatte mit Abfahrt am Parkplatz beim Freibad eine anspruchsvolle Tour zusammengestellt. Zuerst erkämpften sich die Radelritter auf ihren Stahlrössern den steilen Weg hinauf zur Burg Falkenstein. Dieses Juwel vereint herrliche Aussicht auf Ort und Umgebung mit sehr gut erhaltener Bausubstanz. Auch deshalb ist der Innenhof der Burg einer der sieben Festspielorte im Landkreis Cham. Im Vorhof der Burg wurden die Radler vom 'Ritterfräulein vom Dienst' empfangen, der geprüften Gäste -und Kulturführerin Gudrun Linn.

Da einer der Ritter an diesem wunderschönen Maientag Geburtstag hatte, sang ihm Rudi Simeth vor der imposanten Kulisse des Burgtores ein 'waldlerisches' Geburtstagsständchen. Gudrun Linn führte durch die Burg und erzählte eindrucksvoll über das Leben der alten Rittersleut. Sie schilderte, exemplarisch am Beispiel der einzelnen Bauwerke die Funktion einer Burganlage im Mittelalter.


Kulturführerin Gudrun Linn erklärte im Innenhof von Burg Falkenstein die Funktion einer Burganlage im Mittelalter.

Vom Bergfried konnte ein Großteil der zu bewältigenden Strecke gesehen werden. Als häufig gewähltes Fotomotiv im Hintergrund der Schindelkuppel der Burgkapelle konnte auch das Ziel, die Wallfahrtkirche Marienstein gezeigt werden. Sehr gut war auch das Panorama der Heimatberge vom Cerchov über den Gibacht bis zum noch schneebedeckten Großen Arber zu überblicken. Die weniger bekannten Berge des Vorderen Bayerischen Waldes und der bucklige Vorwald rundeten den Blick ab. Bei der Weiterfahrt wurde das ehemalige Bahnhofsgelände angesteuert. Nach einer Besichtigung des alten Lokschuppens ging es auf dem Bahnradelweg zügig dem Scheitelpunkt der Strecke vor Gfäll entgegen. Als besonderes Kleinod wurde die Wallfahrtskapelle Tannerl besucht. Auf trockenen und ruhigen Waldwegen fuhren die Radler auf dem Wanderweg Nr. 3 Richtung Schloß Wiesenfelden. Zuvor lud aber die uralte Linde in Roßmühle zu einer Rast ein. Unter ihrem hellgrünen Blätterdach las Gudrun Linn ihr Gedicht 'Jahresringe'. Ein trefflicher Vergleich zwischen altem Baum und altem Mensch. Rudi Simeth sang dazu spontan das alte Oberpfälzer Lied 'Unter da Lindn bin i gsessn'. Hier wurde wieder einmal deutlich, wie gut Kultur, Natur und Radfahren in Einklang gebracht werden kann.


Sieben Radler waren nötig, um die mächtige Linde bei Roßmühle zu umspannen.

In Wiesenfelden wurde das stattliche Schloss im Besitz der Familie Weinzierl angesteuert. Hubert Weinzierl ist als langjähriger Leiter des Bundes Naturschutz bekannt. Neben interessanten Ausstellungsvitrinen zum Thema Naturschutz sind im geräumigen, dreistöckigen Treppenhaus des Schlosses sehr sehenswerte alte Fotos zu studieren. . Im gepflegten Schlosshof verspeisten die hungrigen Radelritter ihre mitgebrachte Brotzeit.

Frisch gestärkt ging es auf ruhigen Landsträßchen wieder dem Vorwaldkamm auf der Landkreisgrenze entgegen. Immer möglichst nah am Perlbach entlang liefen dann die Räder in flotter Fahrt vorbei an mehreren Mühlen nach Schweinsberg hinunter. Die Bergfahrt nach Marienstein wurde mit der Aussicht auf eine gute bayerische Brotzeit erleichtert. Ein schattiger Sitzplatz unter einem mächtigen Hausbaum vor dem Klausenwirtshaus, eine frische Sulz und ein Radler - was will das Radlerherz mehr?


Ein schattiges Plätzchen, einkühles Radler und eine Sulz: Da schlägt das Radlerherz höher.

Nach der Besichtigung der Kirche, die von vorne nur mit einem Aufstieg über 88 Stufen erreichbar ist, ging es durch schmalen Durchschlupf zwischen Fels und Kirchturm hinten wieder hinunter. Ein schattiger Waldweg führt vorbei an riesigen, grün bemoosten Findlingen, wie sie für den Vorwald typisch sind.

Das Wetter hatte es gut gemeint und so ging es trockenen Pedals zurück zum Ausgangspunkt. In der Badesaison kann diese Tour wunderschön mit einem Sprung ins Freibad Falkenstein abgerundet werden.

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